Wie hoch ist deine Ungewissheitstoleranz?

Ungewissheit

Das Wort Resilienz ist mittlerweile in aller Munde. Es besagt, wie widerstandsfähig ein Mensch gegenüber Einflüssen wie Viren oder auch psychischen Belastungen ist.

Ein eher selten genannter Faktor bei der Resilienz ist die Akzeptanz von Ungewissheit. Der Einflussfaktor „Veränderungen im Umfeld“ ist unumstritten, aber die Ungewissheit als ein Baustein dessen wird häufig zu wenig intensiv herausgegriffen.

Veränderungen können meist rational bearbeitet werden und häufig hat man auch die Chance auf zumindest eine gewisse Einflussnahme. Zu nennen sind hier zum Beispiel die Entscheidung für ein Kind, Jobwechsel, Umzug, neuer Partner.

Ungewissheit hingegen ist ein Grundbaustein in unserem Leben. Denn jeder nächste Moment ist ungewiss, wird man ihn und wie wird man ihn erleben. Was genau passiert, bleibt letztendlich immer ungewiss. Als König der Ungewissheit steht das, was uns nach dem Tod erwartet.

Jetzt kommt es also auf eine grundsätzliche Herangehensweise des Menschen an. Kann er vertrauen in das Leben, in ein vermeintliches Schicksal. Kann er annehmen, was für ihn da kommen möge. Wie leicht fällt es ihm zu akzeptieren, dass alles planen doch nie eine 100%ige Sicherheit geben kann? Wie lebt es sich in dieser dauernden Unsicherheit?

Wer immer alles in der Hand haben möchte, für den Kontrolle ein wichtiger Baustein ist, kurzum, wer sich schwertut mit der Ungewissheit im Leben und hierüber auch mit einem Gefühl der eigenen Macht- bzw. Handlungsunfähigkeit, der senkt seine Stresstoleranz deutlich. Als Folge entsteht überdurchschnittlich oft eine psychische Belastung in Form von etwa Ängsten, Zwängen, Phobien, Belastungsstörungen, Depressionen, sogar Autismus-Spektrums-Störungen werden in diesem Zusammenhang diskutiert.

Mögliche Wege aus dem Dilemma

Ändern kann man die Ungewissheit des Lebens nicht, aber den eigenen Umgang damit. Hierbei ist insbesondere wichtig, sich klar zu werden, was konkret das Bedrohliche an der Ungewissheit ist. Angst vor dem Tod? Hilflosigkeit bei Kontrollverlust? Fehlendes Vertrauen in eine gute Entwicklung? Es gibt zahlreiche Punkte und meist ist es nicht nur einer. Aber nur, wenn man den „Feind im eigenen Kopf“ kennt, dann kann man mit ihm arbeiten. Man kann lernen, die Dinge anzunehmen. 

Eine allgemeingültige Lösung gibt es nicht, denn das Leben mit all seinen Erfahrungen macht jeden von uns erst zu dem, der er ist. Aber man kann in jedem Moment entscheiden, in welche Richtung man weiterlaufen möchte – auf dem Weg der Ungewissheit oder auf dem Weg zu einer neuen Gewissheit. Lust auf einen Spaziergang?

Wie hoch ist deine Ungewissheitstoleranz?
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