destruktiv

DER PURE NEID!

DER PURE NEID!
Neid - konstruktiv oder destruktiv?

Grundsätzlich bewirkt Neid – und sei es nur seine Erwähnung – ein Gefühl der Scham. Neid! Hu, eine der biblischen Todsünden. Neid! Will niemand. Ist man nicht. Oder zumindest nur heimlich.

Und wie schlimm wird es erst, wenn wir uns klarmachen müssen, dass der wahre Neid etwas mit Nähe zu tun hat. Wir gönnen dem Dalai Lama seinen tiefen inneren Frieden, Dagobert Duck all sein Gold. Aber das neue Auto vom Nachbarn? Die Beförderung vom direkten Kollegen? Die vermeintlich klügeren Kinder der Freundin? Da hört es ja wohl auf!

Dabei ist Neid eine klasse Sache, wenn er konstruktiv ist. Das ist mal ein Neid, auf den man stolz sein kann. Konstruktiver Neid ist genauso ein klares „Ich will das auch!“. Aber bei dieser Neidform weiß man, man hatte das auch schon oder man könnte es haben. Wenn es ein wirkliches Ziel von einem wird aufgrund des Neidanlasses, dann ist man bereit, den entsprechenden Preis für das Erreichen zu zahlen. Dieser Neid ist ein Ansporn, eine Motivation zu mehr Leistung, es auch zu schaffen.

Ganz wichtig dabei: Gönnen können und erkennen, ohne den aufgetretenen Neid hätte man dieses Ziel eventuell gar nicht erkannt! Wer dann noch zu dieser Form des Neides ganz offen steht, wird von außen extra-positiv bewertet. Hut ab, da steht jemand zu seinem Neid und dreht ihn einfach um in pure Motivation! Und man wirkt nicht nur selbstbewusster, man ist es auch. Man hat sein Ziel gesteckt und steuert darauf zu.

Konstruktiver Neid fühlt sich anfangs genauso mies an wie destruktiver, bis man erkennt, dass man an sich glaubt, dieses Ziel auch zu erreichen. Ein gutes Beispiel für diese Neidform ist die Emanzipation. Ohne den Neid auf die Rechte der Männer wären wir heute nicht auf dem Weg in die Gleichberechtigung.

Pur negativ dagegen ist der destruktive Neid. Dabei geht es dann nicht um das reine „auch“, sondern darum zu missgönnen. Der andere soll nicht haben, was man selbst nicht hat. Bei dieser Neidform steht der gefühlte Mangel im Vordergrund. Oft scheint das Neidobjekt auch unerreichbar. Das macht wütend und hilflos. Man gönnt nicht. Häufig ist diese Neidform nicht an ein Ziel gebunden, dass man mit Einsatz gewinnen kann, sondern nur mit Glück wie z.B. der Lottogewinn. Dieser Neid tut nicht gut, er macht einen schwächer, als man ist. Doch das lässt sich ändern.

Auch hier sollte man hinterfragen, auf was genau man neidisch ist und ob man das wirklich braucht. Reicht nicht das, was man hat? Was ist möglich, zu ändern? Dankbarkeit ist hier das entscheidende Wort! Wer dankbar ist für das, was er hat, der braucht nicht destruktiv neidisch zu sein. Der kann sich konstruktive Anregungen aus Neidgedanken herausziehen.

Destruktiver Neid zerstört das Selbstwertgefühl und nimmt die Lebensfreude. Diesen Neid sollte man schnellstmöglich stoppen. Ja, das Gras des Nachbarn ist grüner – aber vielleicht will einen das Leben damit erinnern, dass man seine Grünfläche mal wieder gießen und düngen sollte.

Kurzum: Seien wir ruhig mal neidisch und machen etwas Großartiges daraus!

Übrigens: Gelb vor Neid bezieht sich auf das Ohnmachtsgefühl, was starker Neid hervorruft. Und bei einer drohenden Ohnmacht ist man ganz blass im Gesicht, sieht krank und elend aus. Gelb halt!