Autismus

Covid 19: Besondere Herausforderung für Menschen mit Autismus

Covid 19: Besondere Herausforderungen für Menschen mit Autismus

Welt-Autismus-Tag am 2. April

CoVid 19: Besondere Herausforderungen für Menschen mit Autismus

Schon die Durchschnittsbevölkerung hat Probleme damit, auf bislang Übliches zu verzichten – kein Handschlag zur Begrüßung, kein Café-Besuch, kein Fußballspiel. Deutlich schwerer fällt der Verzicht auf Gewohntes Menschen mit einer Autismus-Spektrum-Störung. Am 2. April, dem Welt-Autismus-Tag, will die WHO auf die besondere Situation Betroffener hinweisen.

Die Zahl der diagnostizierter Autismus-Spektrum-Störungen ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Das heißt aber nicht, dass damit auch tatsächlich ein Anstieg der Fallzahlen verbunden ist. Die Diagnostik hat sich verbessert. In früheren Jahren wurden Ausformungen von Autismus häufiger falsch diagnostiziert oder nicht erkannt. Man hielt Autisten für Eigenbrötler. Man hat weder das Leiden dahinter gesehen, noch hat man alle Optionen zur frühen Förderung ausgeschöpft.

Menschen mit einer autistischen Beeinträchtigung können normal oder auch deutlich überdurchschnittlich intelligent sein. Gleichzeitig ist ihre Fähigkeit, mit der Umwelt zu interagieren – insbesondere mit Menschen und Tieren – massiv eingeschränkt.

Die meisten Autisten haben sowohl Schwierigkeiten damit, Äußerungen, Gesichtsausdrücke oder Verhaltensweisen ihres Gegenübers richtig einzuschätzen, als auch, darauf adäquat zu reagieren. Zudem machen auch Menschen mit lediglich einer milden Ausformung von Autismus, Trubel und Lärm zu schaffen. Regeln und Strukturen hingegen geben Sicherheit. Belangloser Smalltalk fällt ihnen sehr schwer und das Einfühlungsvermögen ist nur schwach ausgebildet. Das macht das soziale Leben für sie wie auch für ihr Umfeld schwierig.

Vermeintliche Strukturlosigkeit und somit Änderungen im täglichen Ablauf sorgen bei Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung für tiefste Verunsicherung bis hin zu Panik. Man kann sich vorstellen, wie schwer ihnen der jetzt durch Covid-19 ausgelöste Wandel fällt.

Neben der Verhaltenstherapie gibt es weitere Trainings und Therapiemethoden – sowohl für den Betroffenen als auch für sein Umfeld. Dabei geht es vor allem darum, mehr Sicherheit im Umgang mit der Umgebung zu erlangen. Man will „Anker“ setzen, die auch bei Veränderungen in der täglichen Routine noch Sicherheit geben können. Das Training häufiger Alltagssituationen hilft zum Beispiel, mit eben diesen Situationen adäquat umzugehen und das Gelernte dann auch auf andere Bereiche anzuwenden. 

Quellen: Text: VFP (Verband Freier Psychotherapeuten, Heilpraktiker für Psychotherapie und Psychologischer Berater e.V.); Bild: pixabay.de