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Warum sie sprang

Suizid
Suizid

Wenn jemand Suizid begeht, reagiert das Umfeld meist erschrocken, entsetzt, fassungslos. Dann folgen Sätze wie: „Das hätte ich nie gedacht!“ oder „Wer wirklich nicht mehr will, den kann man eh nicht aufhalten!“. Ehrlich gesagt, das sehe ich anders. 

In Deutschland setzen jährlich circa 10.000 Menschen ihrem Leben per Selbstmord ein Ende. Und das sind dreimal so viele wie es Tote durch Verkehrsunfälle gibt. In der faktischen Umsetzung liegen die Männer vorn, bei den Selbstmordversuchen sind es die Frauen. Entscheidend ist, dass acht von zehn Selbstmordkandidaten vorwarnen! Ja, man könnte viele Selbstmorde verhindern. Man…wir…

Am Beispiel von Lina (der Name wurde geändert, die Story ist real) möchte ich einen Verlauf darstellen. Einen, der uns alle hoffentlich hellhöriger macht. Lina ist Ende 40, eine positive Person, glücklich verheiratet, auch mit den Kindern läuft alles. Sie hat einen netten Freundeskreis und bisher das Gefühl, dass sie nicht alleine ist. „Wenn ich um Hilfe bitte, dann ist immer jemand da.“, das ist ihre Erfahrung bisher.

Lina stürzt in eine Krise, nicht, da ein offensichtlich großes Drama passiert, sondern durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Ein Punkt ist, dass sich ihre Hormonlage verändert. Stimmungsschwankungen entstehen, sie macht sich als Folge Gedanken über das Alter, das Altern und den Tod. Sie stellt alles noch einmal in Frage. Wird unsicher. Und nicht, weil sie das will, sondern: „Das Gefühl ist schrecklich.

Es passiert mit mir. Irgendetwas passiert mit mir. Es ist, als würde ich danebenstehen. Ich habe ganz oft das Gefühl, ich beobachte mich von außen. Da rollt etwas auf mich zu und ich kann es nicht stoppen. Ich komme mir so blöd vor. Es gibt ja keinen richtigen Grund. Und trotzdem, ich bin irgendwie tief verzweifelt. Auf einmal ist da Angst und Unsicherheit. Ich kann das gar nicht in Worte fassen.“.  

Sie merkt, dass sie alles auf die Goldwaage legt, fühlt sich bei jeder Kleinigkeit angegriffen. Und weil sie es vom Kopf her nicht begreift und vorerst auch nicht akzeptiert, drückt sie diese Gefühle runter, schämt sich und hat Angst, verrückt zu werden. Wenn sie sonst Probleme hatte, ist sie zu einer Freundin gegangen und hat mit ihr geredet. Doch dieses Mal ist es anders. Sie kann es nicht in Worte fassen. Sie kann nur andeuten und dann hoffen, dass ihr Gegenüber aufmerksam ist. Für mehr hat sie keine Kraft.

Sie sucht verzweifelt nach Hilfe, ohne aber richtig darüber reden zu können. Da ihr die Worte fehlen, da die Krise so unkonkret ist und viel tiefer geht als alles davor. Jede unbedachte Reaktion Anderer auf ihr vorsichtiges Andeuten lässt sie noch tiefer stürzen und deshalb werden ihre Hilfeschreie immer leiser. Sie funktioniert nach außen, dass sie ruhiger wird, bekommt scheinbar niemand mit. 

Lina hat vorgewarnt, sie ist eine von den acht. Doch es ist leider ein bisschen wie Murphys Law, das häufig die schlimmeren Krisen bei anderen viel weniger Beachtung finden. Der Mensch tut sich meist schwer mit Extremen. Die Wenigsten kommen damit klar, wenn ein Freund auf einmal Millionär wird, drei Stufen die Karriereleiter aufsteigt, ein Topmodel heiratet. Und so ist es auch in die andere Richtung. Wenn jemand neben einem abstürzt, dann blockiert das Gehirn manchmal, da es diese Wahrheit nicht sehen möchte, vielleicht auch Angst vor der Verantwortung bekommt.

Lina hat gewarnt. Sie hat erzählt, dass es ihr gerade gar nicht gut geht. Konkreter konnte sie nicht werden. Und die Reaktionen waren „normal“, aber für dieses Mal hat es nicht gereicht. Im Gegenteil sogar, alles wurde schlimmer. Eine Freundin hat angeboten: „Sag Bescheid, wenn du Hilfe brauchst, dann bin ich gerne für dich da!“. Klingt nett, oder? Aber Lina hatte ja Bescheid gegeben. Nur die Kraft sich noch einmal und konkreter zu melden, die hatte sie nicht.

Und die Freundin ließ sie – sicher gut gemeint – in Ruhe. Andere meinten: „Wird schon wieder!“ oder „Du bist doch so ein Stehaufmännchen!“. Was soll Lina dazu sagen? Sie glaubt in dem Moment nicht daran, sie fühlt sich einfach furchtbar alleine, die Panik verstärkt sich. Eine andere Freundin erzählte stattdessen von der eigenen Krise, fragte bei Lina hingegen nicht nach, sondern bedankte sich für ihr Zuhören. „Warum sah niemand meine Not?“, das fragt sie sich.

Was fehlte war ein konkretes Nachfragen wie „Was genau ist los? Wie kann ich dir helfen?“. Man hilft, indem man das Gefühl vermittelt, dass man merkt, dass es ernst ist, dass man den anderen ernst nimmt. Uns steht nicht zu, zu urteilen, welche Krise einen Selbstmord wert ist. Wir können nur da sein. Und auf Veränderungen achten – in beide Richtungen, positive und negative. Hinhören und fragen, das ist unser Job als Partner und Freund.

Linas Mann hat gesehen, wie es ihr geht, aber auch er hat die Situation unterschätzt. An – aus seiner Sicht – besseren Tagen, aus Linas Sicht Tagen, an denen sie besser funktionierte, aber mit dem gleichen, schrecklichen Gefühl in sich, da hat ihr Mann sie behandelt wie immer. Lieb halt, wie immer. Er wollte ihr damit das Gefühl geben, dass alles normal ist. Aber für sie war nichts normal.

Und so entstand das Gefühl, der Situation komplett alleine ausgeliefert zu sein. Ihre Angst, dass sie einfach springen würde, um diesem Gefühl der Ohnmacht zu entgehen, war gigantisch. „Ja, ich war ein rohes Ei, ich war wund am ganzen Körper, ich war in die Tiefen meiner Selbst verunsichert und ängstlich. Ich konnte nicht vermitteln, was mit mir passiert. Ich wusste nicht, was ich sagen oder fragen sollte. Jetzt bin ich sehr dankbar, dass ich es irgendwie doch noch geschafft habe, um Hilfe zu bitten und diese auch prompt bekommen habe.

Bei einem Therapeuten anzurufen, das war sehr schwer. Aber da hat es zum Glück gereicht zu sagen, dass es mir nicht gut geht. Und ich konnte endlich die Verantwortung abgeben.“ 

Lina hat sich nach außen nicht verändert und so weitergemacht wie bisher. Aber innerlich ist viel passiert. Sie hat in kleinen Schritten akzeptiert, dass Krisen passieren können – auch anfangs scheinbar ohne Grund und völlig aus dem Nichts. Lina ist vorsichtiger mit sich und auch mit Anderen geworden. Und sie hat mit der Zeit verarbeitet, dass ihr Mann und ihre Freunde ihr Bestes gegeben haben, dass niemand in sie hineinschauen konnte, dass niemand erahnen konnte, was da mit ihr passierte. Der Schock, dass sie sich in ihrem schlimmsten Moment von allen verlassen gefühlt hat, sitzt tief. So tief wie der damalige Wunsch, dass jemand mitbekommt, wie verzweifelt sie ist. Sie wird ab jetzt besser hinhören und klarer Hilfe anbieten, denn sie möchte da sein, sollte es jemanden mal so gehen wie ihr.

Kunst als Therapie

Kunst als Therapie
Kunst als Therapie

Wie Joseph Beuys schon sagte: „Kunst ist ja Therapie.“ So wie das Schreiben oder Singen, halt alles, was uns zum Ausdruck unserer Gefühle bringt.

In der Kunst-Therapie wird mit Materialien wie Farben, Ton, Fotografie oder Objekten wie Naturmaterialien oder Alltagsgegenständen gearbeitet. Meist haben die Künstler ein spezifisches Thema wie eine – meist chronische – Erkrankung oder auch ein akutes, belastendes Problem. Über die Gestaltung werden innere Bilder freigesetzt. Allein der Prozess ist oft wie eine Befreiung. Neue Wege zeigen sich auf, Kraft und Ressourcen werden (neu) entdeckt. Dabei geht es nicht um künstlerische Perfektion, sondern im Gegenteil um den freien Ausdruck. Man entwickelt ohne zu bewerten, ohne starre Zielvorgabe.

Erst nach der Fertigstellung des Werkes wird dieses in seiner Gesamtwirkung wahrgenommen und interpretiert. Das Werk wird für sich, aber auch im konkreten Kontext der Problemstellung analysiert. Gerade durch die Diskussion in der Gruppe können verdrängte Emotionen freigesetzt, aber auch neue Wege sichtbar gemacht werden.

Selbst wenn die Interpretation von Bildern schon immer zur darstellenden Kunst gehörte, so ist die therapeutische Arbeit mit der Kunst noch eine recht junge Disziplin. Erst zu Beginn des 20. Jahrhundert entwickelte sich diese als fester Bestandteil der Analyse. Heute haben sich zahlreiche Strömungen herausgebildet. Schwerpunkte sind zum Beispiel Kinder, da diese oft ihre mit Scham besetzten Gefühle nicht klar ausdrücken können oder wollen bzw. traumatische Erlebnisse nicht im Gespräch nacherleben sollten. Die Annäherung über Bilder ist hier hilfreich. Zudem sind es die Patienten mit chronischen Beschwerden, die diese Dauerbelastung kompensieren möchten. Der künstlerische Ausdruck hilft hier die starken Gefühle wie etwa Wut, Verzweiflung oder Neid zu definieren, einzuordnen und zu einer Akzeptanz der eigenen Lebenssituation zu finden.

Kunst ist Schönheit, Kreativität und Freiheit – Dinge, die jedem Menschen unabhängig von seiner emotionalen Situation guttun und in seinem Sein voranbringen.

Zwangseinweisung – Top oder Flop?

Zwangseinweisung
Zwangseinweisung

Circa 200.000 Menschen kommen jedes Jahr neu in die Psychiatrie, die Hälfte davon unfreiwillig. Und die Tendenz ist steigend.

Was sind Gründe für eine Zwangseinweisung? 

Hier gibt es zwei klassische Gründe, nämlich die Gefahr für andere und die Gefahr für den Betroffenen selbst. Letzteres kann zum Beispiel in Form von massivem Alkoholkonsum, von Selbstmordgedanken oder von der Verweigerung der Einnahme notwendiger Medikamente herrühren.

Was ist die rechtliche Grundlage?

Zwangseinweisungen sind über Landesgesetze geregelt, die in den meisten Bundesländern “Psychisch Kranken Gesetze”, in Baden-Württemberg, Bayern und dem Saarland “Unterbringungsgesetz” und in Hessen “Freiheitsentziehungsgesetz” genannt werden.

Wer darf einweisen?

Grundsätzlich kann jeder Mensch einen anderen Menschen zur Einweisung vorschlagen, wenn dieser aufgrund einer (vermuteten) psychischen Erkrankung fremd- oder selbstgefährdend handelt. Ob dieser jedoch längerfristig eingewiesen wird, das hängt dann von der Beurteilung eines Psychiaters, eines Gutachters und eines Richters ab. Häufig sind Psychiater und Gutachter eine Person.

Wie wird eingewiesen?

Wenn der Betroffene kooperativ ist, dann kann man mit ihm zum Beispiel zur nächsten psychiatrischen Ambulanz fahren. Ansonsten ist hier die Polizei gefragt, da es sich ja um eine Gefährdung handelt.

Was passiert nach der Einweisung?

Nach der Einweisung muss dem Betroffenen das Recht gewährt werden, binnen 24 Stunden mit einem Arzt/Psychiater zu sprechen. Dieser entscheidet dann, wie es weitergeht. Optimaler Weise wird gemeinsam entschieden, dass der Patient zum Beispiel die Klinik verlässt, sich aber einen ambulanten Therapeuten sucht oder dass er vorerst in der Klinik verbleibt, bis er stabiler ist. Wenn der Patient nicht bleiben möchte, der Arzt aber die Notwendigkeit feststellt, dann entscheidet innerhalb der anschließenden 24 Stunden ein Richter über das weitere Vorgehen.

Kann man sich selbst einweisen?

Wer von sich aus erkennt, dass er aktuell nicht mehr für seine eigene oder fremde Sicherheit sorgen kann, der kann von einem Arzt eine Überweisung für eine Aufnahme in eine psychiatrische Klinik beantragen. Dies muss nicht einmal ein Facharzt, sondern kann auch der Hausarzt übernehmen. Der Arzt sollte dem Betroffenen auch bei der Wahl und dem ersten Kontakt mit der Klinik helfen. In einem Akutfall kann der Betroffene sich an die psychiatrische Ambulanz wenden und um Aufnahme bitten. 

Fazit

Eine Zwangseinweisung hört sich schlimmer an, als sie ist. Sie betrifft Menschen in starken Krisen. Und hier ist es wichtig, dass es Möglichkeiten gibt, zu helfen. Für jeden – als Helfer und als Betroffener. Ob unser System perfekt ist, darüber mag ich dabei nicht urteilen.

Ich glaub, ich werde verrückt!

Ich glaub, ich werde verrückt!
Ich glaub, ich werde verrückt!

Diesen Satz sprechen wir allzu häufig und leichtfertig aus. Meist, wenn uns alles zu viel wird und wir das Gefühl haben, wir verlieren den Boden unter den Füßen. Aber unter Strom sein oder sich – vielleicht etwas übertrieben und zu viele – Gedanken machen, das ist noch lange kein Verrücktsein.

Verrückt bedeutet umgangssprachlich so etwas wie ungewöhnlich, anders, schräg, unkonventionell, aber auch: nicht bei Sinnen, geistesgestört. Belastet mit diesen und ähnlichen Bezeichnungen ist eine psychische Erkrankung noch immer ein Stigma. 

Ab wann gilt man denn als „verrückt“?

Es gibt eine internationale Klassifikation der verschiedenen psychischen Erkrankungen. Hierin werden diese einzeln aufgeschlüsselt und mit Symptomen definiert. Der Übergang in eine psychische Erkrankung ist meistens fließend. Erst wenn zum Beispiel die Angst die Lebensqualität beeinträchtigt und ein normales Leben oder ein Vor-die-Tür-gehen nicht mehr möglich ist, dann wird sie sicher pathologisch sein. Aber wer als Frau im Dunkeln alleine im Wald Angst verspürt, ist sicher „normal“. Und wer als Mann in einer dunklen Gasse von einem 2-Meter Koloss angerempelt wird und sich fürchtet, sicher auch.

Verrückt ist, um es kurz zu machen, also nicht klar zu definieren. Ich liebe dieses Wort im Sinne des „anders sein“, aber ich mag nicht den negativen Beigeschmack des „geistesgestörten“. Denn was ist schon normal? Die, die sich dafür halten, sind es meist am wenigsten.

Ein wenig verrückt zu sein, das schadet uns allen nicht. Wer sich aber belastet fühlt oder auf einmal anders, der sollte sich Hilfe holen und die Sicherheit, dass alles gut ist oder wieder gut werden kann. 

Werden wir immer verrückter?

Die oben genannte Klassifikation wird regelmäßig überarbeitet. Und es kommen immer mehr Diagnosen dazu, mittlerweile sind es an die 300. Da sollte man sich also nicht verrückt machen lassen – eine passt bestimmt auch zu dir und mir. Viel wichtiger ist aber doch, wie man sich selber fühlt und wie einen das Umfeld wahrnimmt. Aufhorchen sollte man, wenn eine Veränderung eintritt. Ist man häufiger traurig oder ängstlicher, schneller gereizt oder durchgängig desinteressiert? Treten auf einmal verstärkt Konflikte auf? Privat, im Job, im Supermarkt,… Wenn das Gefühl verstärkt da ist, man ist dem Leben nicht mehr gewachsen, man ist fremdbestimmt, wenn man leidet unter einer alten oder neuen Situation und alles nur noch darum kreiselt, dann, ja, dann sollte man so „verrückt“ sein und sich helfen lassen!

Sind wir nicht alle ein bisschen Schokolade?

Sind wir nicht alle ein bisschen Schokolade?
Schokolade - Platz 1 der Lieblingsnaschereien in Deutschland

Fast alle Menschen lieben Schokolade. Bei den Deutschen ist sie seit Jahren unangefochten auf Platz Eins der Lieblingsnascherei. Sie ist süß und riecht gut, hat eine herrliche Konsistenz, die sich auch noch verändert. Abwechslungsreich, verführerisch. Einfach lecker!

Macht Schokolade glücklich?

Zahlreiche Studien haben mittlerweile widerlegt, dass Schokolade pur aufgrund ihrer Zusammensetzung glücklich macht. Serotonin…Dopamin…jaaa, schön und gut, aber der Einfluss ist zu marginal. Auch wenn Fakt ist, dass Depressive deutlich mehr Schokolade essen als Normal-Glückliche, man weiß hier nicht, was ist Ursache und was Wirkung. Somit haben wir also keine chemische Ausrede, sondern müssen einsehen, dass es das Schokoladenessen an sich ist, das uns guttut.

Gesund soll Schokolade ja auch sein, so wie das tägliche Glas Rotwein. Sagt man zumindest, die Flavonoide… Tja, wir Deutschen achten halt auf gesunde Ernährung und sind somit drittstärkste Schokoladenesser nach der Schweiz und Österreich. Und die Schlanken sind es vor allem, die die Menge nach oben treiben.  

Ist der Mensch immer, was er isst?

Jeder hat so seine Lieblingssorte. Die einen futtern fast alles, solange nur Schokolade draufsteht. Andere lieben das „je süßer, desto besser“ und verschlingen von weiß über braun bis zu schwarz. Und dann gibt es noch die, die sich nur die Dunkle gönnen, da sie gesünder ist und weniger Kalorien hat. Dabei soll manch einer die Dunkle tatsächlich lieber mögen. Wieder andere probieren alles mit Füllung, von Joghurt über Crisp bis zu diversen Nusskombinationen. Oder sie bleiben dann hängen an ihrer ganz eigenen speziellen Lieblingsschokolade. So ist halt jeder Jeck anders!

Spannend ist, dass hier der Mensch nicht unbedingt ist, was er isst. Da gibt es die ganz süßen Mädchen, die aber auf die 80%ige stehen. Oder harte Brocken, die bei weißer Nuss dahinschmelzen. Oder so Klebrige, die ihre nur aus dem Kühlschrank verzehren. Auch der quadratisch-praktische Typ soll sich das ein- oder andere Mal der lila Verführung hingeben.

Und welcher Typ seid ihr?

Loslassen lernen – Raus aus der Grübelfalle

Loslassen lernen – Raus aus der Grübelfalle
Grübeln bringt nichts. Loslassen lernen!

Noch Jahre später hängt der Gedanke an diesen einen Moment, an dieses Erlebnis, das ungute Gefühl in unseren Knochen. Tausendmal kauen wir es durch, wieder und wieder und wieder. Sonst ist ja alles gut in unserem Leben, aber das eine da…früher…damals…schon so lange her. Wir kommen nicht los davon. Es ist wie ein Sog, der phasenweise alles Gute überschattet. Wir hadern und hinterfragen und grübeln. Dabei ist die Situation längst passé und nicht mehr zu ändern. Aber hätte man? Sollte man? Vielleicht jetzt noch?

Was ist es genau, was uns festhalten lässt an negativen Gedanken? Eigentlich ist es ganz einfach: Es fehlt das Ziel für die Zukunft. Denn wenn ich weiß, wo ich hinwill, wenn ich weiß, was ich will, dann ist mein ganzes Sein darauf konzentriert. Erst dann kann ich die bösen Geister ins Bodenlose krachen lassen. Weil sie nicht mehr wichtig sind. Abgehakt. Erledigt. Es gibt etwas Wichtigeres – in der Zukunft. Und das bedeutet automatisch, dass die Vergangenheit schon okay so ist, wie sie ist, denn sie hat mich bis hierhin gebracht. Und ab hier starte ich durch!

Wer in einer Grübelfalle hockt, sollte also aufhören, über das Damals nachzudenken und stattdessen ein Bild für die Zukunft malen.

Wie heißt es doch so schön:
Gewöhn dir die Gelassenheit an, Dinge hinzunehmen, die nicht zu ändern sind. Übe den Mut, Dinge zu ändern, die sich ändern lassen. Und erfahre die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Die Gelassenheit antrainieren, das bedeutet, die Gedanken daran zu stoppen. Den Mut entwickeln tut man über das Definieren der eigenen Ziele. Und die Weisheit, die kommt mit der Zeit von ganz allein.

Viel Glück!

Verzeih ich mir, dass ich dir verzeihen kann?

Verzeih ich mir, dass ich dir verzeihen kann?
Verzeihen

Gemäß dem Duden ist „verzeihen“ ein „starkes Wort“. Und das stimmt, denn wer verzeiht, ist stark! Solange ich nicht verzeihe, bleibt die Sache unerledigt und spukt durch meinen Kopf. Und dabei bleibt sie nicht nur im Kopf. Der ganze Körper wird betroffen, denn Stress entsteht mit seinen körperlichen Symptomen wie Bluthochdruck, Unruhe, Kopf- und Magenschmerzen bis hin zur Depression. Bleibe ich nachtragend, bedeutet das, dass ich mir das Vergessen nicht erlaube. Lieber verschwende ich Energie und Lebenszeit ins Grübeln. Ich lassen den negativen Gedanken den Vortritt. Wer nicht verzeiht, bestraft sich selbst. Zudem ist Nicht-Verzeihen kein Stillstand, sondern meist eine Steigerung: Aus Nicht-Verzeihen wird Rachsucht, aus Verletztheit wird Aggression, aus Traurigkeit Hass. Aber sind das wirklich die Gefühle, die wir gerne in uns tragen? Da der andere die Rache und die Wut und den Hass nicht adäquat zu spüren bekommt, richtet sich alles Negative nach innen, gegen uns selbst.

Oft wird Verzeihen mit Für-gut-befinden verwechselt. Aber das sind zwei paar Schuhe. Verzeihen heißt akzeptieren, dass passiert ist, was passiert ist. Für-gut-befinden heißt, naja, eben etwas für gut befinden. Das ist etwas anderes.


Warum eigentlich nicht?

Was hält uns also davon ab, dem anderen zu verzeihen? Oft ist es ein Mitschuld-Gefühl, das man sich nicht eingestehen mag oder das Nicht-akzeptieren vom Kratzer am eigenen Bild. Was uns so sehr trifft, damit wollen wir nichts zu tun haben. Dabei macht es viel mehr Sinn, seinen Stolz und seine Angst kurz hinunterzuschlucken, die Augen weit zu öffnen und zu sich ehrlich zu sein. Was genau ist passiert? Und warum ist es passiert? Was war meine Rolle in dieser Situation? War es genau so, wie ich es sehe oder gibt es auch andere Optionen, andere Sichtweisen? Liege ich so unfehlbar und allwissend richtig? Und vor allem: Ist dieser eine Fehler es wert, etwas gegebenenfalls zuvor über lange Zeit gut Gewachsenes aufzugeben? Berechtigt dieser eine Patzer es, den anderen auf ihn zu reduzieren?

Wenn uns jemand auf nur eine Sache reduzieren würde, auf einen einzigen Fehler…fänden wir das fair?

So könnt´s gehen

Wenn man mal nicht rauskommt aus dieser Negativspirale, dann hilft am meisten, es aufzuschreiben. Aufschreiben im Sinne von „auf den Punkt bringen“. Was konkret hat mich so sehr getroffen, dass ich meine, es nicht verzeihen zu können? Es aufzuschreiben hilft bei diesem inneren Prozess, es reinigt, es klärt. All die oben genannten Fragen fließen dann ein in den eigenen Text, den einen Satz, die eine Tat.

Und dann habe ich die Wahl! Ich kann den Vorwurf als Diskussionsgrundlage mit dem anderen nutzen. Oder ich schicke dem anderen den Text, um es einfach (noch) mal gesagt zu haben – aber ohne diskutieren zu wollen, rein um es von sich zum anderen zu geben, ohne Erwartung, so dass ich es danach für mich abhaken kann. Im Idealfall hat sich das ganze Thema beim Schreiben für mich geklärt, dann kann ich es aufheben, um bei neu aufkeimenden Zweifeln, diese im Keim ersticken zu können. Oder ich nehme das Papier und vollziehe ein Ritual, in dem ich es zum Beispiel verbrenne. Und mir dabei erlaube, es anzunehmen und abzuhaken. Abhaken…also verzeihen. Und wenn wir das bei anderen können…dann schaffen wir das ja wohl auch bei uns und unseren kleinen und größeren Macken!  

Sei nicht so hart zu dir selbst!

Sei nicht so hart zu dir selbst!
Sei nicht so hart zu Dir selbst

Es gibt ein Lied, an das ich, während ich Patienten treffe, immer mal wieder denken muss. Ja, wir sind oft viel zu hart zu uns selbst. Dann vergessen wir, wie aufopfernd wir leben, wie sehr wir uns bemühen für die Familie, für Freunde, den Job, ein gutes Bild nach außen. Verfolgt von dem Gefühl, man würde nicht genügen, es würde nie reichen. Wir müssen immer funktionieren, auch wenn das Leben gerade nicht fair ist. Und auch daraus resultieren Angst und Zwang und Depression.

Stopp! Aufhören! So schlimm das Leben uns auch gerade mitspielt, letztendlich sind alles Gefühle, die man annehmen, aber auch wieder gehen lassen kann. Es geht vorbei! Man muss nicht alles lösen, nicht alles zur Perfektion treiben, immer funktionieren…es geht vorbei!

HEY

Wenn das Leben grad zu allem schweigt
dir noch eine Antwort schuldig bleibt
dir nichts andres zuzurufen scheint als „Nein!“
Es geht vorbei

Wenn der Sinn von allem sich nicht zeigt
sich tarnt bis zur Unkenntlichkeit
wenn etwas hilft mit Sicherheit, dann Zeit
Es geht vorbei, es geht vorbei

Hey, sei nicht so hart zu dir selbst
es ist ok, wenn du fällst
auch wenn alles zerbricht
geht es weiter für dich

Hey, sei nicht so hart zu dir selbst
auch wenn dich gar nichts mehr hält
du brauchst nur weiter zu gehn
komm nicht auf Scherben zum stehn

Wenn die Angst dich in die Enge treibt
es für‘s Gegenhalten nicht mehr reicht
du es einfach grad nicht besser weißt
dann sei
Es geht vorbei

Es geht vorbei
Wenn jeder Tag dem andern gleicht
und ein Feuer der Gewohnheit weicht
wenn lieben grade kämpfen heißt
dann bleib
Es geht vorbei, es geht vorbei

(Songwriter: Andreas Bourani / Jasmin Shakeri-Nejad / Julius Hartog / Philipp Steinke
Songtext von Hey © Sony/ATV Music Publishing LLC, BMG Rights Management
Foto: pixabay.de)

DER PURE NEID!

DER PURE NEID!
Neid - konstruktiv oder destruktiv?

Grundsätzlich bewirkt Neid – und sei es nur seine Erwähnung – ein Gefühl der Scham. Neid! Hu, eine der biblischen Todsünden. Neid! Will niemand. Ist man nicht. Oder zumindest nur heimlich.

Und wie schlimm wird es erst, wenn wir uns klarmachen müssen, dass der wahre Neid etwas mit Nähe zu tun hat. Wir gönnen dem Dalai Lama seinen tiefen inneren Frieden, Dagobert Duck all sein Gold. Aber das neue Auto vom Nachbarn? Die Beförderung vom direkten Kollegen? Die vermeintlich klügeren Kinder der Freundin? Da hört es ja wohl auf!

Dabei ist Neid eine klasse Sache, wenn er konstruktiv ist. Das ist mal ein Neid, auf den man stolz sein kann. Konstruktiver Neid ist genauso ein klares „Ich will das auch!“. Aber bei dieser Neidform weiß man, man hatte das auch schon oder man könnte es haben. Wenn es ein wirkliches Ziel von einem wird aufgrund des Neidanlasses, dann ist man bereit, den entsprechenden Preis für das Erreichen zu zahlen. Dieser Neid ist ein Ansporn, eine Motivation zu mehr Leistung, es auch zu schaffen.

Ganz wichtig dabei: Gönnen können und erkennen, ohne den aufgetretenen Neid hätte man dieses Ziel eventuell gar nicht erkannt! Wer dann noch zu dieser Form des Neides ganz offen steht, wird von außen extra-positiv bewertet. Hut ab, da steht jemand zu seinem Neid und dreht ihn einfach um in pure Motivation! Und man wirkt nicht nur selbstbewusster, man ist es auch. Man hat sein Ziel gesteckt und steuert darauf zu.

Konstruktiver Neid fühlt sich anfangs genauso mies an wie destruktiver, bis man erkennt, dass man an sich glaubt, dieses Ziel auch zu erreichen. Ein gutes Beispiel für diese Neidform ist die Emanzipation. Ohne den Neid auf die Rechte der Männer wären wir heute nicht auf dem Weg in die Gleichberechtigung.

Pur negativ dagegen ist der destruktive Neid. Dabei geht es dann nicht um das reine „auch“, sondern darum zu missgönnen. Der andere soll nicht haben, was man selbst nicht hat. Bei dieser Neidform steht der gefühlte Mangel im Vordergrund. Oft scheint das Neidobjekt auch unerreichbar. Das macht wütend und hilflos. Man gönnt nicht. Häufig ist diese Neidform nicht an ein Ziel gebunden, dass man mit Einsatz gewinnen kann, sondern nur mit Glück wie z.B. der Lottogewinn. Dieser Neid tut nicht gut, er macht einen schwächer, als man ist. Doch das lässt sich ändern.

Auch hier sollte man hinterfragen, auf was genau man neidisch ist und ob man das wirklich braucht. Reicht nicht das, was man hat? Was ist möglich, zu ändern? Dankbarkeit ist hier das entscheidende Wort! Wer dankbar ist für das, was er hat, der braucht nicht destruktiv neidisch zu sein. Der kann sich konstruktive Anregungen aus Neidgedanken herausziehen.

Destruktiver Neid zerstört das Selbstwertgefühl und nimmt die Lebensfreude. Diesen Neid sollte man schnellstmöglich stoppen. Ja, das Gras des Nachbarn ist grüner – aber vielleicht will einen das Leben damit erinnern, dass man seine Grünfläche mal wieder gießen und düngen sollte.

Kurzum: Seien wir ruhig mal neidisch und machen etwas Großartiges daraus!

Übrigens: Gelb vor Neid bezieht sich auf das Ohnmachtsgefühl, was starker Neid hervorruft. Und bei einer drohenden Ohnmacht ist man ganz blass im Gesicht, sieht krank und elend aus. Gelb halt!

It´s sad…seasonal affective disorder

It´s sad…seasonal affective disorder
Winterdepression

Auf Deutsch heißt es Winterdepression, sad – also traurig – ist man in jeder Sprache gleich. Wir alle haben keine Lust auf trübe Tage, aber viele können auch etwas Gutes am stürmischen Herbst und kalten Winter finden. Einkuscheln, Tee trinken, Spielabende, Lesen, Kerzenschein… Wen eine Winterdepression erwischt, der kann sich zu alldem kaum aufraffen. 

Traurig und antriebslos schleppt man sich dann durch den Tag und freut sich nur auf eins: das Bett, Decke über den Kopf und möglichst in den Winterschlaf verfallen. Nichts mitbekommen von den eigenen blöden Gedanken. Das Schlafbedürfnis bei Betroffenen ist extrem. Und im Gegensatz zu den „klassisch Depressiven“ stellt sich ein Heißhunger ein. Kennen wir auch alle…sonst könnten wir im Frühjahr nicht über unseren Winterspeck jammern. Aber auch hierbei kommt es auf die Dosis an. Futtere ich mehr wegen der Gemütlichkeit oder weil ich nicht anders kann. Weil, gefühlt, nur das Essen mich kurz rausreißen kann aus Trübsal und Unmut.

Die „klassische Depression“ gibt es ganzjährig, die Winterdepression hat ihren Namen nicht umsonst. Sie startet mit Einsetzen der kürzeren Tage, wenn es dunkler wird, und stoppt dann wieder im Frühjahr. Wie ein Schalter, der umgelegt wird, so hat es mir eine Patientin beschrieben. Leider ein Schalter, den man nicht so einfach selber betätigen kann.

Neben den üblichen Methoden, etwas gegen eine Depression zu unternehmen – z.B. eine Therapie und/oder Medikamente – gibt es speziell für den Winter die Lichttherapie. Hierfür gibt es Lampen mit 2.500 bis 10.000 Lux. Es ist wichtig, sich dieser (Lebens-)Energiequelle täglich vorzusetzen. Ein heller Sonnentag wartet nämlich mit 100.000 Lux auf. Ein unbedeckter, aber sonniger Herbstmittag reicht zwar nicht ganz an diese Maximalwerte, aber grundsätzlich gilt schon, dass selbst ein bedeckter Himmel noch heller und somit helfender ist als jede gewöhnliche Lichtquelle. Daher braucht der Körper in dunklen Jahreszeiten so viel Tageslicht wie möglich. Lange Spaziergänge sind prima. Möglichst morgens, damit der Körper gleich motivierter in den Tag startet. Generell ist Bewegung ein Muss!

Und warum bedeutet Lichtmangel auch Mangel an guter Stimmung? Hierfür gibt es einige Gründe:

  • Bei geringem Lichteinfall wird mehr Melatonin ausgeschüttet, was uns müde macht. Und ein besonders blöder Nebeneffekt hierbei ist, dass der Körper für die Produktion von Melatonin Serotonin benötigt. Serotonin, unser Glückshormon, sinkt – inklusive der (guten) Stimmung. Parallel versucht der Körper den Serotoninmangel auszugleichen und das heißt: Heißhunger auf Kohlenhydrate.
  • Auch kann der Informationsfluss von den Sehzellen, die die Helligkeit aufnehmen, bis ins Gehirn, das die Lichtinformation verarbeitet, gestört sein.
  • Beteiligt ist zudem der individuelle Biorhythmus. Winterdepressive scheinen am Morgen verspätet Melatonin auszuschütten, dann aber auf höherem Niveau. Somit ist der Start in den Tag gleich mal nichts.

Kurzgefasst sind Winterdepressionen mit trüber Stimmung, Müdigkeit und Hunger auf Süßes, nachvollziehbar. Aber sie sind sehr belastend. Auch bei dieser seltenen Form der Depression liegt es nicht an der Einstellung, sondern man ist gefangen in seiner Traurigkeit.

Raus aus den Kissen, rein ins Leben, ins Licht! Das ist zumindest ein erster Schritt. Und diesem sollten im Sinne der Bewegung täglich viele folgen! Wenn das nicht hilft…i take care! 😉